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Katzen haben sieben Leben
von Jenny Erpenbeck
Premiere zur Spielzeiteröffnung:
27. September 2003
Zwei Frauen, eine Arena. Überle-
benskämpfe zwischen Mutter und
Tochter, Schülerin und Meisterin,
Diva und Bewundererin, Geliebter
und Ehefrau desselben Mannes.
Eine Szenenfolge weiblicher Macht-
duelle,Gefühle und Biografien in
ständig wechselnden Rollen zwi-
schen Macht und Ohnmacht, Ab-
hängigkeit und Vertrauen, Nähe
und Zerstörung.
Einmal Opfer, einmal Täterin
wechseln sie die Positionen
in immer neuen und gleichzeitig
vertrauten Szenen des Lebens,
die oftmals tödlich enden,
nach denen sie aber trotzdem wei-
terleben müssen. Katzen haben
eben sieben Leben.
Zugleich ein Prozess weiblicher
Individuation als Versuchsanordnung,
die lustvoll mit den Elementen
des schwarzen Humors und des
Absurden spielt.
Zwei Frauen, die schnurren wie
Katzen, dann aber plötzlich ihre
Krallen ausfahren.
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Kritiken
„Wahrhaftigkeit kommt vor dem
Kunstanspruch“
Dortmund. Katzen haben sieben
Leben, Frauen auch.
Adriana Kocijan und
Janin Roeder setzen einen Text
von Jenny Erpenbeck als
sperrig-schöne,
etwas aufwendige Szenen- und
Bilderfolge um - und beim
Dortmunder Festival freier
Theater „Theaterzwang“ Maßstäbe.
In und vor einem Halbrund aus
hölzernen Leitern gehen die
Schauspielerinnen immer neu und
anders mit Frau-Frau-Beziehungen
um, die auf eines hinauslaufen:
aufs Überleben.
“Katzen haben sieben Leben“ hat…
ebenso viele Gesichter:
Mutter&Tochter, Freundin&Freundin,
Kranke&Gesunde,….
Für jede Szene erfinden Kocijan
und Roeder die Spielmittel, die
Körper-Grammatik, das Theater neu;
„Katzen“, getanzt und gesprochen,
ist brutal und komisch, absurd
und real, grüblerisch und billig,
blasphemisch und pornografisch –
und faszinierend…. - WR -
„Katzen zeigten die Krallen“
Die beiden kratzbürstigen Frauen,
die das Ensemble Cantadoras aus
Essen beim Festival „Theaterzwang“
im Theater im Depot aufeinander
losließ, müssen mindestens doppelt
so viele Leben gehabt haben.
Irrwitzige Tode, die leise wie
auf Samtpfoten kamen, starben sie
in den Machtkämpfen
von Mutter und Tochter,
Auszubildender und Lehrerin, Diva
und Schauspielschülerin, Geliebter
und betrogener Ehefrau.
Erhängt, erstickt oder erschlagen
lagen die Katzen nach den zum Teil
aberwitzig grotesken Szenen auf dem
Boden.
Ein raffiniertes Bühnenbild
(Tilo Steffens) hat Regisseurin Eva
Hosemann den beiden Schauspielerin-
nen gebaut:
Ein Katzen-Kletterparadies aus
roten 20 Leitern mit Verstecken für
ein paar wenige Requisiten…
..Grenzen zwischen Schauspiel und Tanz,
zwischen Kabarett,
Comedy und Theater hat der
Theaterzwang-Debütant in dieser
Produktion verwischt.
Mit viel Körperlichkeit fühlten sich
Adriana Kocijan und Janin Roeder
in die Frauenfiguren ein,
fuhren mit größter Energie Krallen
aus, um sich gegenseitig zu bekämpfen
und umtänzelten sich nach dem Tod, den
sie sterben mußten, wieder aufs Neue
auf höchst anmutige unschuldig-naive
Art. - Dortmunder Kultur -
Mit freundlicher Unterstützung der
Stiftung der Landesbank
Baden-Württemberg
und der Firma Krämer Metzingen
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Die Beteiligten
Eine Koproduktion mit
dem Theater Rampe Stuttgart
Mit Adriana Kocijan und
Janin Roeder
Regie: Eva Hosemann
Bühne: Tilo Steffens
Kostüme: Rupert Franzen
Licht: Ingo Jooß
Foto: Heike Schiller
1. Preisträger von
Theaterzwang 2004:
Die umstrittene Produktion
lebt von den beiden
Darstellerinnen, deren Spiel
zwischen Drastik und Poesie
überzeugt. Sie zeigen starke
Bühnenpräsenz, variieren die
Paarverhältnisse mit
schwarzem Humor und absurden
Verstrickungen, die Katzen
fauchen und kuscheln, kratzen
und schnurren auf hohem
ästhetischem Niveau.
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